Uptime Kuma: Lightweight Monitoring fürs Homelab selbst hosten

Nach dem ausführlichen Prometheus-&-Grafana-Setup aus der letzten Woche habe ich mich gefragt: Muss es für kleine Homelabs wirklich immer die Schwergewichtslösung sein? Die Antwort ist Nein – und genau hier kommt Uptime Kuma ins Spiel.

Was ist Uptime Kuma?

Uptime Kuma ist ein selbst-gehosteter Monitoring-Dienst, der die Verfügbarkeit deiner Websites, Dienste und APIs überwacht. Das Besondere: Er ist extrem einfach aufzusetzen, braucht kaum Ressourcen und liefert trotzdem alles, was man im Homelab braucht.

  • HTTP(S)-, TCP-, ICMP-Ping- und DNS-Monitoring
  • Schicke, responsive Statusseiten für Kunden oder Familie
  • 40+ Benachrichtigungsdienste (Telegram, Discord, E-Mail, Signal uvm.)
  • 2FA-Login und API-Schlüssel
  • Docker Compose in unter 5 Minuten einsatzbereit

Warum Uptime Kuma statt Prometheus/Grafana?

Prometheus und Grafana sind fantastisch – aber sie brauchen mehrere Container (Prometheus, Grafana, Node Exporter, cAdvisor, Alertmanager) und eine Lernkurve bei der Konfiguration. Für viele Homelab-Szenarien reicht eine einfache „Läuft der Dienst oder nicht?“-Abfrage völlig aus.

Uptime Kuma läuft in genau einem Container, verbraucht unter 100 MB RAM und hat eine Web-Oberfläche, die man sofort versteht. Perfekt als erster Monitoring-Schritt oder als Ergänzung zu Prometheus für den schnellen Überblick.

Docker Compose Setup

So einfach startest du Uptime Kuma auf deinem Docker-Host:

services:
  uptime-kuma:
    image: louislam/uptime-kuma:latest
    container_name: uptime-kuma
    restart: always
    ports:
      - "3001:3001"
    volumes:
      - ./data:/app/data
    environment:
      - TZ=Europe/Berlin

Speichern als docker-compose.yml, dann docker compose up -d – und schon läuft Uptime Kuma auf Port 3001.

Möchtest du es per Reverse Proxy bereitstellen (wie bei Caddy aus dem letzten Beitrag), fügst du einfach die Subdomain hinzu:

status.mein-homelab.de {
  reverse_proxy 192.168.xxx.xxx:3001
}

Erste Schritte nach der Installation

Sobald du die UI unter http(s)://dein-server:3001 aufrufst, legst du ein Admin-Konto an. Danach kannst du direkt deine ersten Monitore anlegen:

  • Name: Z. B. „WordPress Homepage“
  • Typ: HTTP(s)
  • URL: https://homepage.chen.fi
  • Intervall: 60 Sekunden (Standard)

Fertig. Nach wenigen Sekunden siehst du den ersten grünen „Up“-Status.

Statusseiten für Familie und Kunden

Ein echtes Killer-Feature von Uptime Kuma sind die Statusseiten. Du erstellst eine öffentliche Seite, auf der nur die Dienste angezeigt werden, die für andere sichtbar sein sollen – ohne Einblick in dein komplettes Homelab.

Das ist perfekt, wenn du Dienste für Familie (z. B. Nextcloud, Jellyfin) oder Kunden betreibst und ihnen eine transparente Verfügbarkeitsanzeige bieten möchtest.

Benachrichtigungen einrichten

Uptime Kuma unterstützt über 40 Benachrichtigungsdienste. Meine Favoriten fürs Homelab:

  • Telegram: Bot-Token + Chat-ID eintragen – fertig
  • Discord: Webhook-URL aus deinem Discord-Server kopieren
  • Gotify: Selbst-gehostete Push-Benachrichtigungen
  • E-Mail: SMTP-Server konfigurieren

Benachrichtigungen kannst du pro Monitor oder global einstellen. Die Nachricht enthält den Dienstnamen, den aktuellen Status und die Fehlermeldung.

Erweiterte Funktionen

SSL-Zertifikatsüberwachung

Uptime Kuma warnt dich, wenn ein SSL-Zertifikat bald abläuft. Gerade bei selbst-signierten Zertifikaten oder Let’s Encrypt-Verlängerungen ein nützliches Feature.

Docker-Container-Überwachung

Mit dem „Docker“-Monitor-Typ prüft Uptime Kuma direkt, ob ein bestimmter Container läuft. Kein Port-Check, kein Ping – einfach Container-Name angeben und los.

API-Zugriff

Uptime Kuma bietet eine REST-API für die Automatisierung. Perfekt, um Monitoring-Daten in andere Dashboards einzubinden oder automatisierte Reports zu generieren.

Ressourcenverbrauch im Vergleich

Metrik Prometheus + Grafana Uptime Kuma
Container 4+ 1
RAM ~300-500 MB ~50-90 MB
CPU Mittel Sehr gering
Setup-Zeit 30-60 Minuten 5 Minuten
Lernkurve Hoch Sehr gering

Fazit

Uptime Kuma ist die ideale Monitoring-Lösung für kleine bis mittlere Homelabs. Sie ersetzt nicht Prometheus/Grafana für tiefgehendes Metrik-Monitoring, aber sie füllt eine wichtige Lücke: einfaches, sofort verständliches Verfügbarkeits-Monitoring mit minimalem Setup-Aufwand.

Meine Empfehlung: Starte mit Uptime Kuma für den schnellen Überblick und ergänze Prometheus/Grafana, sobald du detaillierte Metriken wie CPU-Auslastung, Speicherverbrauch oder Netzwerk-Latenzen brauchst. Beide zusammen geben dir ein rundes Monitoring-Setup fürs Homelab.

Läuft bei dir schon Uptime Kuma? Welche Dienste überwachst du damit? Schreib’s in die Kommentare!

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